Kreisfeuerwehrbereitschaftsübung

Kreisfeuerwehrbereitschaftsübung 2004

Oldenburgische Volkszeitung von Montag, 09.08.2004
„Herbststurm“ fegte über Vechta weg - Alle Rettungsorganisationen aus Kreis waren bei Übung im Industriegebiet-West vertreten

Von Klaus-Peter Lammert

Vechta — Manfred Kathmann, Führer der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Vechta, könnte Autor von Drehbüchern für Horrorfilme sein: Sein Drehbuch für die gemeinsame Katastrophenschutzübung aller Rettungsorganisationen im Landkreis Vechta mit dem klangvollen Namen „Herbststurm“ troff nur so vor Blut und schweren Unglücken.

Rund 250 Kräfte waren am Samstag im Industriegebiet

Vechta-West im Einsatz. Sie machten, so das Fazit des Lohners Kathmann, ihre Sache unter dem Strich sehr gut. Es habe einige kleinere Probleme gegeben, aber das sei normal, und außerdem sollten solche Übungen schließlich dazu beitragen, dass solche Probleme im Ernstfall nicht mehr auftauchten.

Allerdings machte die Übung nach Worten Manfred Kathmann auch eines erneut ganz klar deutlich: Es muss dringend ein Einsatzleitfahrzeug II in den Landkreis. Denn bei der Koordination des Einsatzes der Rettungskräfte am Samstag haperte es, weil im Einsatzleitwagen 1, der im Notfall nur zur Verfügung steht, lediglich zwei Funkplätze vorhanden sind.

Da aber am Samstag neben der Kreisbereitschaft der Feuerwehren (zirka 120 Kräfte) auch die Schnellen Einsatzgruppen (SEG) Vechta und Damme des Malteser Hilfsdienstes (30 Personen), die Ortsgruppe Lohne des Technischen Hilfswerks (50), die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und das Deutsche Rote Kreuz (DRK), beide ebenfalls mit jeweils rund 30 Kräften, im Einsatz waren, reichten die beiden Funkplätze mit den zwei Kanälen im von der Dinklager Feuerwehr bereitgestellten Einsatzleitwagen hinten und vorne nicht.

Ein Einsatzleitwagen II verfügt nach Worten Manfred Kathmanns über zehn Funkplätze. In dem Fahrzeug fänden dann auch Vertreter aller an den Einsätzen beteiligten Organisationen Platz. Das mache Sinn, „schließlich kann ich als Feuerwehrvertreter nicht wissen, was etwa die DLRG bei einem Einsatz leisten kann“, erklärte Manfred Kathmann, der sich drei Monate lang ganz intensiv mit der Vorbereitung der Übung beschäftigt hatte.

Um 13.30 Uhr wurde es am Samstag für die Einsatzkräfte — sie wussten erst seit Freitagabend von der Übung in der Kreisstadt — bei der Feuerwehrtechnjschen Zentrale ernst. Manfred Kathmann und Kreisbrandmeister Herbert Zerhusen wiesen sie in das Szenario ein. Der vierstündige „Herbststurm“ hatte endgültig begonnen.

Der Ausgangspunkt der Übung Herbststurm war, dass über dem Industriegebiet- West ein Motorflugzeug und ein Drachenflieger sich berührt hatten. Beide stürzten über dem Industriegebiet ab. Die Piloten konnten sich mit Fallschirmen retten, wurden aber vermisst. Wrackteile verursachten mehrere Brände in Betrieben. Ein Kranführer erlitt in 30 Metern Höhe in der Kanzel seines Krans einen Herzinfarkt. Unter den Anwohnern der angrenzenden Siedlung brach Panik aus, teilweise kam es zu Katastrophentourismus.

Neben der Zusammenarbeit der am Katastrophenschutz beteiligten Organisationen ging es um das Üben von Brandbekämpfungen, Retten aus Höhen, die systematische Suche von vermissten Personen sowie die Bergung und Versorgung verletzter Personen.