Rettungshunde

Schnüffelnasen

In schwierigen Schadenslagen ist die Rettung Verschütteter ohne qualifizierte Ortung kaum möglich. Die Einsatztaktik der Fachgruppe Ortung (FGr O) setzt neben dem Einsatz von Bergungsspezialisten, technischen Ortungsgeräten vor allem auf den Einsatz von qualifizierten Rettungshundeteams.

Je eher Verschüttete unter Trümmern gefunden, des höher ist die Überlebenschance.

Der Einsatz von Rettungshunden bietet verschiedene Vorteile gegenüber technischem Gerät, da sie:

  • in fast jeder Situation und ohne große Vorbereitung einsetzbar sind,
  • mit ihrer feinen Nase Menschen noch unter meterhohen Trümmern und auf große Entfernung, im Dunkeln und in unübersichtlichem Gelände, den menschlichen Geruch aufnehmen
  • auch Opfer finden, die sich nicht durch Rufen oder Klopfen bemerkbar machen können.

Die Ausbildung

Die Ausbildung beginnt mit dem so genannten "Eignungstest". Hier werden Grundanlagen des Hundes und die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Hund und Hundeführer betrachtet. Ziel ist es festzustellen, ob sich Hund und Hundeführer für die Ausbildung zum Rettungshundeteam eignen.

Hieran schließt sich die Ausbildung im Bereich der Trümmer- und Flächensuche an. Zusätzlich erhält der Helfer - wie alle Mitglieder der Fachgruppe Ortung - eine einsatzspezifische Ausbildung, die u. a., für die Beurteilung von Schadenlagen und deren Gefahrenpotentiale notwendig ist.

Die Prüfung

Die Einsatzbereitschaft des Rettungshundeteams wird dann in einer Prüfung festgestellt. Im Rahmen der Trümmerprüfung muss das Rettungshundeteam (Hund und Hundeführer), eine unbekannte Anzahl an verschütteten Personen auffinden und anzeigen.

Bei der Flächensuche gilt es für das Team, zwei als vermisst geltende Personen in einem Waldgebiet aufzuspüren.

Die Aufnahmevoraussetzungen für Hund und Hundeführer

Aufgenommen werden kann prinzipiell fast jeder Hund, egal ob Rasse- oder Mischlingshund, sobald er durchgeimpft ist. Das Begehen von Trümmern wird allerdings erst ab einem Alter von 14 Monaten geübt. Der Hund sollte zu Ausbildungsbeginn nicht älter als vier Jahre sein, da die Ausbildung eines Rettungshundeteams bis zu zwei Jahre dauern kann. Der ausgewachsene Hund sollte eine Schulterhöhe von mind. 40 cm aufweisen und nicht schwerer als 40 kg sein.

Der Hundeführer muss bereit sein, sich auf eine zeitintensive ehrenamtliche Tätigkeit einzulassen und sowohl physisch als psychisch belastbar sein.

Hinweis:

Eine Aufnahme von sogenannten "Kampfhunden, Gefahrenhunden" ist uns aufgrund einer Weisung durch die THW-Leitung in Bonn nicht gestattet. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an unseren Rettungshundeausbilder Thomas Uptmoor, um im Vorfeld zu klären, ob ihr Tier in diese Kategorie fallen könnte.