Alarmübung "Der versunkene Lkw" mit DLRG, DRK, FF Steinfeld, MHD Damme und THW Lohne
Planung bis in kleinste Detail - Rettungsorganisationen übten in Steinfeld den Einsatzfall unter Wasser

(kei) „Lebend geborgen? Eine Person, bewusstlos..“ – „Mein Gott, dass ist mein Mann da unten, so helfen sie ihm doch.“ – „Guten Tag, wir sind von RTL, können sie schon etwas zur Schuldfrage sagen?“ – so in etwa könnte sich auch eine Situation für die Rettungskräfte darstellen, wenn der Einsatz, den die Rettungsorganisationen aus dem Landkreis Vechta jetzt gemeinsam am Ziegeleiteich in Steinfeld durchgeführt haben, keine Übung gewesen wäre, sondern der Ernstfall.

Vieles stürmt dann auf so eine Rettungsmannschaft ein, die sich am Einsatzort befindet und viele Worte machen die größtenteils noch männlichen Notfallhelfer an der Einsatzstelle nicht. Ihre Arbeit ist hoch konzentriert, auch wenn sie wissen, dass es sich diesmal zum Glück nur um eine Übung handelt, denn sie wissen auch, dass ihnen im Ernstfall nicht viel Zeit bleibt. Wenn die Zeit drängt, weil es um Menschenleben geht, muss jeder Handgriff sitzen.

Und weil in so einem Fall nicht nur eine, sondern immer auch gleich mehrere Rettungsorganisationen beteiligt sind, ist auch die eingespielte Zusammenarbeit der Organisationen untereinander wichtig, wie jetzt beim Einsatz in Steinfeld geprobt. Die Situation, die sich dabei den probenden Nothelfern bot: Nach einem Ausweichmanöver wegen eines stark angetrunkenen Radfahrers sei ein mit drei Personen besetzter LKW von der Straße abgekommen und in den See gestürzt. Das THW sorgte folglich für die Ausleuchtung der Unfallstelle und das spätere Bergen des tatsächlich im Ziegelteich versenkten Fahrerhauses, die Suchhunde des THW spürten den „betrunkenen Radfahrer“ und einen „vermissten Verletzten“ auf, die DLRG tauchte nach den „Personen“ im Fahrerhaus und bereitete die Bergung des Fahrerhauses vor, das DRK versorgte die geretteten Verletzten.

Die Feuerwehr unterstützte durch den Aufbau der Einsatzleitung und der MHD war vor Ort, falls tatsächlich etwas passieren sollte, denn auch die Sicherheit der Helfer muss gewährleistet sein. Und das alles bei kühlem dunklen Novemberwetter mit geschätzten sieben Grad Wassertemperatur, vier Grad Außentemperatur und sechs Meter unter der Wasseroberfläche. „Nachmittags bei Sonnenschein ist alles viel leichter“, begründen die Organisatoren den eigens gewählten Zeitpunkt für die Übung zu dieser Jahreszeit.

Sechs Wochen dauerte die umfassende Vorbereitung insgesamt, die Idee kam spontan zum Ende der gemeinsamen Ausstellung am Big Bang Day in Steinfeld zwischen Tobias Beckhelling (THW), Paul Overmeyer (DLRG), Lothar Mack (MHD) und Christian Katzer auf, der sich sogleich für die Gästebetreuung bereiterklärte. Jede Organisation brachte ein, was sie dazu beitragen konnte und dann stand der Plan fest. Die strategische Konzeption und die genaue Ausarbeitung der Übung übernahm dann Tobias Beckhelling vom THW: „Im Team organisationsübergreifend zu arbeiten ist für uns immer wichtig, weil wir erst an den Einsatzort gerufen werden, wenn andere Helfer schon da sind“, sagt er.

Mit dem Ergebnis waren alle beteiligten Organisationen mehr als zufrieden: „Die Übung war sehr gut ausgearbeitet und mit dem Einsatz bin ich gut zufrieden“, lobte auch der stellvertretende Gemeindebrandmeister Wolfgang Fiene von der Steinfelder Feuerwehr in der anschließenden Nachbesprechung die gelungene Zusammenarbeit zwischen den Organisationen. „Das ist jetzt schon die zweite gemeinsame Übung und es ist schon eine gewaltige Steigerung zu sehen“.

Alle waren sich einig, dass die gemeinsamen Übungen in jeden Fall wiederholt werden sollten: „Wir wollen auch in Zukunft die Zusammenarbeit weiter fortsetzen“, so die Organisatoren der Rettungsorganisationen.